Mesmerismus und Wahnsinn in E. T. A. Hoffmanns Erzählung „Das Gelübde“

##plugins.themes.bootstrap3.article.main##

Giulia Ferro Milone

Abstract

Der romantische Medizindiskurs beschäftigte E. T. A. Hoffmann besonders intensiv in den Jahren 1808-1813, die er in der süddeutschen Stadt Bamberg verbrachte. Nach der Rückkehr nach Berlin verarbeitete er dann im literarischen Werk die zahlreichen medizinisch-naturwissenschaftlichen Impulse und Anregungen aus dieser Zeit. Das betrifft vor allem zwei eng miteinander zusammenhängende Themenkomplexe: Wahnsinn und animalischer Magnetismus. Sie spielen im Erzählzyklus Kreisleriana (1814-1815) und in der Erzählung „Der Magnetiseur“ (1814) eine wichtige Rolle und sie treten bekanntlich auch in Hoffmanns zweiter Novellensammlung Nachtstücke (1817) auf. In der vorletzten Erzählung der Nachtstücke, „Das Gelübde,“ verschränken sich Magnetismus, seelische Störungen und Kurversuche sowohl thematisch als auch auf dem erzählerischen Niveau auf exemplarische Weise. Die Erzählung fand bei Hoffmanns Zeitgenossen ein geringes Echo (Steinecke, Zu Textgestalt 1022) und Interpreten haben sie bis zum heutigen Tag eher vernachlässigt. Eine Ausnahme stellt ein 2010 erschienener Beitrag von Stefanie Catani dar, der sich mit der Dialektik Vernunft/Wahnsinn befasst und der auf interessante Weise die meta-narrativischen Elemente in der Erzählung ins Blickfeld rückt, die auf die poetologischen Konzepte der Novellensammlung Die Serapions-Brüder (1819 bis 1821) hindeuten. Hoffmann scheint seiner Erzählung hingegen eine gewisse Wertschätzung entgegengebracht zu haben, da er sie dem Verleger Kunz in einem Brief vom 08.03.1818 zusammen mit „Das Majorat“ zur Lektüre empfahl (Hoffmann, „Briefe 1814-1822“ 137).

##plugins.themes.bootstrap3.article.details##

Section
Articles