Vieldeutigkeit und Sinnsuche in Dea Lohers "Adam Geist."

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Juanjo Monsell

Abstract

In der vorliegenden Arbeit werden
sowohl der Zerfall des Sinnes als auch die anschließende Sinnsuche in Bezug auf di e
Hauptfigur des Theaterstücks Adam Geist (1998) der deutschen Dramatikerin Dea Loher analysiert, das aus 21
unabhängigen Szenen besteht und dessen einziges Bindeglied die A nwesenheit der Hauptfigur ist. Dieses Werk ist aufgrund
der unterschiedlichen ästhetischen Strömungen, die in ihm zusammenlaufen, schwer zu klassifizieren. Das Stück zeichnet sich
durch Mehrdeutigkeit und Unbestimmtbarkeit aus, die durch Schweigen und unbe antwortete Fragen repräsentiert werden. Mit
dem Sterben von Adams Mutter eine r Figur, die als Katalysator des Lebenssinns wirkt ––, schwindet die Bedeutung der
Existenz de r Hauptfigur und die Realität wird unbestimmbar und polysemisch. Die Elemente, die d as Werden der Hauptfigur
vereinen und strukturieren Arbeit, Familie und Religion ––, kehren ihre Rollen um und stellen keine Unterstützung mehr
dar. Adam nimmt mehrere Identitäten an, um sich dieser neuen Realität zu widersetzen und in ihr zu überleben. D ie Raum
Zeit Logik wird zerstört und dadurch eine räumliche Expansion und zeitliche Kompression erzeugt, an die sich die Hauptfigur
anpassen muss und die in der formalen Ebene des Werkes durch syntaktische Zerlegung dargestellt wird. Adam beginnt zu
intera gieren mit den verschiedenen Räume, mit denen er in Kontakt kommt. Die Figur geht schließlich in den Raum des
Mythos, um einer inkonsistenten Realität einen Sinn zu geben. Er identifiziert sich mit der biblischen Figur Jesu Christus un d
aktualisiert sie, a ber das reicht nicht aus, um wieder Sinn zu bekommen. Infolgedessen begeht Adam Selbstmord, um seine
verstorbene Mutter wiederzusehen.

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