Heine und der Kapitalismus. Geld, Börse und "Bankos" in Heinrich Heines Leben und Werk

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Jonas Nesselhauf

Abstract

Die ökonomische Abhängigkeit von Geldgebern durchdringt Heinrich Heines Leben und Werk — wie kaum bei einem anderen Thema im Leben des Schriftstellers überschneiden sich hier Kunst und Biographie, Geist und Geld, schließlich Freiheit und Abhängigkeit. Heine verfügte im Gegensatz zu anderen zeitgenössischen Autoren weder über die finanzielle Basis (wie etwa Goethe sie hatte), noch über einen bürgerlichen Beruf (wie etwa Jurist oder Geistlicher) und war daher Zeit seines Lebens sowohl auf Einkünfte aus der schriftstellerischen Arbeit als auch die finanzielle Unterstützung durch Familienangehörige (wie seinen Onkel Salomon, einem Bankier in Hamburg) angewiesen. Dennoch beleuchtet Heine die Zentren der ökonomischen Macht — vor allem Börsen in seinen Reiseberichten — immer wieder kritisch und schreibt sogar gegen Bankiers und Spekulanten an, selbst gegen das Milieu seines Onkels.

Der Aufsatz skizziert Heines Interesse an der 'Hochfinanz', das sich als roter Faden durch sein gesamtes Werk zieht, reflektiert aber ebenso die polyvalente Haltung gegenüber Bankiers, Spekulanten und dem kapitalistischen System einerseits und Sozialisten andererseits.

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